Wenn Sie geschafft von der Arbeit oder von Besorgungen
nach Hause kommen, ist das Letzte, was Sie jetzt noch
gebrauchen können, ein Streit über Gemüse
beim Essen. Um den “Gemüse-Krieg” zu
vermeiden, gibt es dann vermeintlich Beliebtes wie Tiefkühlpizza
oder Nudeln mit Ketchup. Als Ausnahme ist das in Ordnung,
aber es sollte die Ausnahme bleiben, da es einfach ungesund
ist.
Mit ein paar Tricks gewinnen Sie aber langfristig den
Krieg gegen einen wählerischen Esser und zwar wie
folgt:
1. Eine Taktik der kleinen
Schritte macht den Anfang. Reichern Sie Essen, das ihr
Kind mag, mit gesunden Bestandteilen an. Backen Sie z.
B. Pfannkuchen mit frischen Obststückchen (Heidelbeeren,
Apfelstücke, Bananenscheiben). Reichern Sie Muffins
mit Karotten an, Müsli oder Cornflakes mit frischem
Obst. Peppen Sie Kartoffelsalat mit rohen Paprika, Tomaten,
Gurken auf. Fügen Sie Nudeln oder Reis Gemüsestückchen
bei.
2. Beteiligen Sie Ihr
Kind beim Einkaufen und bei der Vorbereitung. Lassen Sie
es das Obst und Gemüse mit aussuchen. Was man selbst
ausgewählt hat, wird auch eher gegessen.
3. Ganz einfach –
kaufen Sie nichts Ungesundes getreu dem Motto “Aus
den Augen aus dem Sinn“. Wenn Kinder Chips oder
Kekse im Schrank entdecken, wollen sie diese auch essen.
Stellen Sie stattdessen einen Teller mit Obst- oder Gemüsestücken
hin. Wer wirklich Hunger hat, wagt sich auch an Karotten
oder Apfelschnitze.
Sorgen Sie dafür, dass Sie stets etwas Gesundes zur
Hand haben: Äpfel anstatt Chips, Saftschorle oder
ungezuckerten Früchtetee anstatt Limonade.
4. Planen Sie feste
Zeiten für Haupt- und Zwischenmahlzeiten ein. Halten
Sie diese Zeiten ein. Kinder lieben die Routine. Wenn
Kinder wissen, dass es nur zu bestimmten Zeiten Essen
gibt, werden sie auch zu diesen Zeiten essen.
Für die Zwischenmahlzeiten sollten Sie stets eine
Kombination aus den unterschiedlichen Lebensmittelgruppen
(Obst, Gemüse, Milchprodukte, Getreideprodukte usw.)
wählen. Kombinieren Sie beispielsweise frische Apfelstücke
mit Joghurt oder fettarmen Käse mit Vollkornbrötchen.
5. Haben Sie stets gesunde
Snacks auf die Hand verfügbar. Kinder lieben es mit
den Fingern zu essen. Obst und Gemüse in handlichen
Stücken eignen sich hervorragend als „Finger
food“.
6. Streichen Sie die
Regel „Iss Deinen Teller auf“ ein für
alle Mal. Kinder wissen, wenn sie genug haben –
akzeptieren Sie dies. Wenn Ihr Kind mehr isst, als es
braucht, sammelt es schnell überflüssige Fettpölsterchen.
7. Ermutigen Sie Ihr
Kind „nach Farben zu Essen“. Dieses Spiel
funktioniert insbesondere bei Kleinkindern. Nahrungsmittel
in faden Farben haben oft auch wenig Nährstoffe.
Nahrungsmittel mit (natürlichen) kräftigen Farben
wie z. B. Orangen, Tomaten, rote/grüne/gelbe Paprika,
Bananen, Erdbeeren, Brokkoli bieten nicht nur etwas fürs
Auge sondern auch viel Nährstoffe.
8. Streichen Sie Süßigkeiten
nicht komplett. Erlauben Sie Ausnahmen, aber in Maßen.
Gelegentlich ein kleines Eis oder zwei, drei Kekse sind
in Ordnung, aber bitte nicht jeden Tag. Wenn Sie Süßigkeiten
komplett streichen, wird Ihr Kind nicht lernen, damit
maßvoll umzugehen. Es wird Kindergeburtstage oder
Einladungen nutzen, sich mit verbotenen Leckereien vollzustopfen.
9. Essen Sie mit Ihrem
Kind am Tisch und nicht vor dem Fernseher. Wer vor dem
Fernseher isst, isst in der Regel zu viel. Das gemeinsame
Essen ist ein wichtiger Bestandteil im Familienleben.
Besprechen Sie den Tag, aber thematisieren Sie keine Probleme
beim Essen.
10. Seien Sie ein Vorbild.
Der beste Weg Ihr Kind zu beeinflussen, ist ihm ein gutes
Beispiel zu geben. Denn Sie können nicht von Ihrem
Kind erwarten, dass es Obst und Gemüse isst, wenn
Sie es selbst nicht essen.
Dr. Gabriele Zibelius im April 2007
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