|
Paula Blaubach
Fallot'sche Tetralogie
Zum Ende der Schwangerschaft bekam ich eine Gestose
und wurde ins AK Barmbek eingewiesen. Paula und Ellen wurden
6 Wochen zu Früh, am 11. Dezember 2003, per Kaiserschnitt
entbunden, waren 44 cm klein und 1920 Gramm leicht.
Zu frÙh auf der Welt und die Magensonde geht nicht
weiter
Bei beiden sollte kurz darauf zur Ernährung eine Magensonde
gelegt werden, die bei Paula jedoch leider nach wenigen
Zentimetern stecken blieb. Man ahnte böses und diagnostizierte
eine Oesophagusatresie
(Speiseröhrenunterbrechung)! Nach einigen weiteren
Untersuchungen stellte man noch eine Fistel zwischen Speise-
und Luftröhre fest – welche im Mutterleib für
eine prima Versorgung sorgte (da die Speiseröhre zu
war, trank sie das Fruchtwasser durch die Luftröhre)
aber „an Land“ sorgte das für ein lebensgefährliches
Aufblähen des Magens mit Atemluft – kurz: Paula
wurde noch am ersten Lebenstag ins UKE gebracht und von
1 bis 4 Uhr morgens von Prof. Lambrecht (mittlerweile im
KK Altona) notoperiert.
Unsere Verfassung kann man nicht erklären – ich
lag mit der gesunden Ellen noch halb im „Koma“
von der Kaiserschnitt-OP in Barmbek - mein Mann fuhr Paula
hinterher und bekam zu nächtlicher Stunde die Eingriffe
erklärt und zeichnete blind seitenweise Einverständniserklärungen...
Und da war auch noch ein Herzfehler
Von dem Herzfehler hatte ich bis dahin noch kaum etwas realisiert.
Und wie sich im Nachhinein feststellte, konnte sie mit ihrer
Fallot’schen
Tetralogie noch prima 9 Monate warten (sie musste für
den Eingriff ja auch mind. 4-5 Kilo wiegen) und sich vor
allem von den gelungenen Magen / Darm und Speiseröhren-Eingriffen
erholen. Sie war dementsprechend ein sehr mageres Baby,
der Herzfehler zehrte sehr an ihr. Aber sie war drahtig
und lustig und - da sie fast nur auf dem Rücken lag
– feinmotorisch ein As!
Dann war für September 2004 die Herz-OP geplant. Schwer
fiel es uns, Paula, der es nun endlich gut ging, wieder
ins UKE zur OP zu bringen. Wir hatten eine tolle Betreuung
bis dahin durch Dr. Thiel und Dr. Lilje und dann ein Vorbereitungsgespräch
mit dem Herzchirurgen Prof. Hraska vom UKE. Mittlerweile
bestens informiert „fachsimpelten“ wir geradezu
auf Englisch über VSD und ASD und Pulmonalstenose und
so weiter. 100% gelungen
Die OP war eine 100% gelungene Korrektur: Die Löcher
wurden geschlossen und die Verengung der Lungenschlagaderklappe
mit einem Schnitt erweitert. Paula erholte sich sehr schnell,
nach nur einem Tag kam sie von der Intensiv- auf die Kinder-Herz-Station
und kam nach 8 weiteren Tagen nach Hause. Von da an ging
es steil mit ihr bergauf. Man konnte quasi zusehen, wie
sie körperlich kräftiger wurde und zunahm. 3 Monate
nach der OP – am 1. Advent – krabbelte sie das
erste Mal auf allen vieren. Ellen konnte mit 15 Monaten
laufen, Paula zog mit 18 Monaten nach. So ist es bis heute,
Ellen ist ihr eine Idee voraus, aber sicherlich auch Antrieb
und Vorbild. Sie sind jetzt 3 1/2 Jahre und besuchen eine
Integrationsgruppe in einer Kita und man merkt ihr tatsächlich
nichts an. Sie isst und trinkt und tanzt und tobt wie ihre
Schwester. Zugegeben, sie ist klein und sehr leicht, aber
ihre Zwillingsschwester ist mit einem halben Kilo mehr nicht
viel kräftiger. Mit Zuversicht in die Zukunft
Zum niedergelassenen Kardiologen gehen wir alle 6 bis 9
Monate und der Zustand ist stabil. Nun hat sie einen Reflux
vom Grad 2 – 3 und wir wissen, irgendwann wird sie
neue Klappen an der Lungenschlagader brauchen. Aber wir
sorgen uns momentan noch nicht, die technischen Fortschritte
und Operationsmethoden sind viel versprechend und keiner
weiß heute, ob sie in 2 oder 6 Jahren operiert werden
muss, und was bis dahin möglich sein wird.
Nanni & Ole Blaubach im Juli 2007 |